Der Aufstieg Chinas

14.10.2014 | Um China zu verstehen genügt es nicht, auf den wirtschaftlichen Aufholprozess zu sehen. Das Land sieht sich in einer Jahrtausende alten Geschichte als ein globales Machtzentrum, sowohl wirtschaftlich und finanziell als auch militärisch. „Die Regierung hält sich im Weltmaßstab aber militärisch zurück, um keine Konflikte zu provozieren – anders als regional“, erläuterte Prof. Dr. Axel Schneider, Direktor des CeMEAS, Center for Modern East Asean Studies der Universität Göttingen bei seinem Vortrag im Lions Club Göttingen. Dabei ist China in sich widersprüchlich: keine in der Gesellschaft mehr verankerte Religion, aber eine neue Religiosität bei Individuen, keine volle Rechtstaatlichkeit, aber Verfolgung von Korruption durch die zentrale Staatsmacht. Schon heute verfügt China über einen breiten Mittelstand in den Städten, der Weg zu einer global dominanten Nation ist absehbar. Das CeMEAS bildet für den Umgang mit China aus und verfolgt dazu das Konzept, den China-Bezug in die Fachwissenschaften hineinzutragen. „Wir brauchen nicht Sprachkundige, sondern Fachleute, zum Beispiel Betriebswirte, mit vollen chinesischen Kultur- und Sprachkenntnissen“ hebt Schneider hervor. Die USA seien mit 14.000 Asien-Spezialisten an den Hochschulen bereits wesentlich weiter als Deutschland.

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