Indien zwischen Tradition und Moderne

17. 01.2015 | Kasten haben in Indien nach wie vor eine große Bedeutung, anders als oft im Wirtschaftsleben angenommen. „Insbesondere politischen Parteien werben über die verschiedenen Kastenorganisationen ihre Klientel ein und bauen damit ihre Reichweite aus“ erklärte Prof. Dr. Ravi Ahuja, stellvertretender Direktor des CeMIS, Center for Modern Indian Studies, an der Universität Göttingen. Auch sonst ist Indien von großer Diversität geprägt – vor allem durch die gravierenden Unterschiede von Stadt und Land. Während die Urbanisierung mit 30% der Bevölkerung deutlich unter dem Weltdurchschnitt liegt, beherbergt Indien aber zehn der Megastädte mit mehreren Millionen Einwohnern. Das bedeutet unter anderem, dass sich mittelständische Strukturen in der Fläche des Landes nur schwer entwickeln lassen.

Zu seiner Arbeit schreibt das CeMiS:

„Das Centre for Modern Indian Studies (CeMIS) widmet sich in Forschung und Lehre der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung des modernen Indien. Das Interesse ist dabei auf den sozio-kulturellen Kontext gerichtet, der von ethnischer, religiöser und linguistischer Vielfalt geprägt ist. Untersucht werden soziale Ungleichheiten und politische Konflikte ebenso wie die zunehmende Einbettung des Landes in globale und transnationale Beziehungen.

Das Zentrum arbeitet interdisziplinär. Vertreten sind die Sozialwissenschaften und die Entwicklungsökonomie sowie die Geisteswissenschaften, die ihre Expertise in indischen Sprachen, indischer Kultur und indischen Religionen einbringen. Durch diese interdisziplinäre Ausrichtung unterscheidet sich das CeMIS von den meisten Zentren für Indienstudien, die es in Deutschland und Europa gibt, und eröffnet somit neue Wege für eine fruchtbare internationale Zusammenarbeit.

Das CeMIS wurde im September 2009 durch die Universität Göttingen gegründet und wird vom Land Niedersachsen gefördert.

Die Forschungsgruppe „Moderne Indische Geschichte“ bietet ein breites Spektrum von Lehrveranstaltungen an, welche die lebendige und vielfältige südasiatische Sozialgeschichtsschreibung widerspiegeln. Abgesehen von historischen Einführungskursen für Studienanfänger, decken wir mit unserem Lehrangebot Themenfelder wie Stadtgeschichte, Geschlechtergeschichte, Technik- und Medizingeschichte, Geschichte sozialer Bewegungen oder Sozialgeschichte des Krieges ab.

Der Arbeitsbereich „Moderne Indische Geschichte“ am CeMIS legt großen Wert auf intensive Forschungsaktivität und insbesondere auf eine gründliche Ausbildung von Doktorand/innen. Um ein fruchtbares Forschungsumfeld zu schaffen und die inhaltliche Diskussion unter den Mitgliedern der Forschungsgruppe zu intensivieren, ist die „Bandbreite“ der Forschungen im Wesentlichen auf folgende Problemfelder eingegrenzt:

- Geschichte der Arbeit

- Unternehmensgeschichte und Geschichte des Kapitalismus in Südasien

- Geschichte der Wirtschafts- und Sozialpolitik

- Sozialgeschichte industrieller (städtischer wie ländlicher) Räume

- Geschichte der Infrastruktur“

 

 

 

 

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