Wissenschaftsverlage in der globalen Medienwelt

Göttingen, 21.04.2015 | Die Digitalisierung verändert zahlreiche Geschäftsmodelle, teilweise durch Anpassung, teilweise verschwinden sie vom Markt. Deutlich ist dies im Handel, wo der Online-Handel laufend und teilweise sprunghaft an Boden gewinnt. Auch in der Produktion verändern digitale Instrumente die Abläufe strukturell. Immaterielle Produkte verändern sich sogar selbst: herausragende Beispiele sind die digitale Fotografie und die damit verbundene Industrie, aber auch die Musikwirtschaft, in der das Geschäftsmodell des Verkauf von Tonträgern in nur wenigen Jahren massiv eingebrochen ist. Dazu beschrieb Carola Müller, Geschäftsführerin des Göttinger Traditionsverlag Vandenhoeck & Ruprecht das Verlagswesen: „Die gleiche Herausforderung trifft die Verlage - ein Verlag ist heute nicht mehr Produzent von Publikationen mit Autoren als Zulieferern, sondern er wird zunehmend Agent und Vermittler zwischen selbständigen, in eigenen digitalen Formaten publizierenden Autoren und dem Markt.“ Hinzu kommen digitale Absatzkanäle wie Amazon. V&R ist mit der Gründung der Georg-August-Universität ins Leben gerufen worden, um deren wissenschaftliche Werke zu verlegen. Der Verlag hat daher kürzlich seinen 280-jährigen Bestand gefeiert und liegt noch heute in den Händen von drei Familienstämmen. Die Zukunft liegt aber in einem neuen Verständnis von Wissensvermittlung und einer konsequenten Ausrichtung auf den digitalen Wandel.

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